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G69 Koordinatensystemdrehung aufheben: Modal-Codes & Alarme

Lernen Sie G69 zum Aufheben von G68-Koordinatenspiegelungen auf Fanuc, Siemens und Mitsubishi CNCs prozesssicher ohne Werkzeugkollisionen anzuwenden.

Hakan Gündoğdu
Hakan Gündoğdu

CNC CARE Mitgründer

Einleitung

Wenn ein Bediener bei aktiven G68-Spiegelkoordinaten einen manuellen Handrad-Eingriff vornimmt oder die NC-Taste Reset drückt, verschieben sich die internen Koordinatenregister um den Werkzeugträgerabstand. Wird der automatische Zyklus anschließend fortgesetzt, ohne diese Offsets zu verifizieren, verfährt der Werkzeugrevolver auf einer versetzten Bahn und steuert direkt in die Tischspannpratzen, die Schraubstockbacken der Vorrichtung oder die rotierenden Futterbacken des Spindelfutters. Diese abrupte Positionierabweichung führt zu einer katastrophalen harten Kollision, zertrümmert das Schneidwerkzeug, löst Überstromalarme wie M01 1036 aus und verwandelt das Bauteil in unbrauchbaren Ausschuss.

Korrekte Konfiguration eliminiert die häufigste Ursache für Maßabweichungen bei diesem Befehl. Wird dieser Parameter nicht verifiziert, liegt das Ergebnis außerhalb der Toleranz — und der Fehler zeigt sich erst bei der Endmessung. Die gezielte Programmierung von G69 zur Koordinaten-Spiegelungsabwahl stellt sicher, dass die Achsregister kollisionsfrei auf den Basis-Werkzeugträger zurückgesetzt werden und die Prozesssicherheit in der Fertigung gewahrt bleibt.

Technische Übersicht

BefehlGruppeMarkenKritische ParameterHauptbeschränkung
G69 / G14Gruppe 15 / Gruppe 18Fanuc, Siemens, Mitsubishi#1119 Tmiron, #1202 mirofsBeim Balance Cut wird die Bahn nach dem Vorschubstart nicht dynamisch koordiniert

Schnellleser

  • G69 deaktiviert die Koordinatenspiegelung und setzt die Register auf den Basis-Werkzeugträger zurück.
  • G14 hebt die Vorschubsynchronisation des Balance-Cut-Modus auf.
  • Parameter #1202 mirofs definiert den Abstand zwischen dem Basis- und dem gegenüberliegenden Werkzeugträger.
  • Mitsubishi ermöglicht die Aktivierung der Spiegelung direkt über den T-Befehl.
  • Wechseln Sie niemals den Programm-Compiler (G188), während der Spiegelungsmodus aktiv ist.
  • Manuelle Achsverschiebungen bei aktiver Spiegelung erfordern vor dem Neustart eine absolute Koordinatenüberprüfung.

Grundlegende Konzepte

Die Implementierung der modalen G68-Koordinatenspiegelung auf Drehzentren bietet Programmierern maximale Flexibilität bei der Bearbeitung symmetrischer Bauteile auf gegenüberliegenden Werkzeugträgern. Durch die automatische Vorzeichenumkehr der X-Achse und die Verschiebung des Werkstückkoordinatensystems auf die Seite des gegenüberliegenden Revolverkopfs ermöglicht G68 die Verwendung von Programmen des Basis-Werkzeugträgers ohne erneute Koordinatenberechnung. In ähnlicher Weise synchronisiert das G15-Stützdrehen (Balance Cutting) den Start des Arbeitsvorschubs auf beiden Werkzeugträgern.

Bei der Bearbeitung langer, schlanker Werkstücke verhindert das simultane Ansetzen von Schneidwerkzeugen von beiden Seiten des Rohmaterials eine Werkstückdurchbiegung, unterdrückt mechanisches Spiel, eliminiert Schwingungen und verkürzt die Bearbeitungszeiten erheblich. Vor dem Start automatischer Zyklen muss der Einrichter das Rohmaterial im Werkstückspanner — wie den Schraubstockbacken einer Vorrichtung, den Tischspannpratzen oder den rotierenden Futterbacken eines Spindelfutters — präzise ausrichten und sichern.

Befehlsstruktur

Der Befehl G69 hebt den durch G68 aktivierten Spiegelungsmodus auf. Dadurch wird das Koordinatensystem vom gegenüberliegenden Werkzeugträger zurück auf den Basis-Werkzeugträger verschoben. Die Syntax arbeitet als eigenständiger Wegbedingungsbefehl und erfordert keine zusätzlichen Achsdefinitionen im Satz.

Die Modi für das Stützdrehen (Balance Cutting) folgen einer separaten Struktur, die G15 zur Aktivierung der Synchronisation und G14 zu deren Deaktivierung erfordert. Die Nummer der Timing-Synchronisation wird über die L-Adresse angegeben. Einrichter müssen sicherstellen, dass die entsprechenden Parameter für die Werkzeugauswahlmaskierung und die Koordinatenverschiebung korrekt konfiguriert sind.

G69 ;
G14 ;

Parameter / AdresseBeschreibung
#1119 TmironAuswahl der Spiegelung per T-Befehl (gültig/ungültig)
#1202 mirofsAbstand zwischen den Werkzeugen (Radiuswert)
#1273 ext09/bit4Spiegelungsgültige Achsdefinition
#1118 mirr_ARichtung der Verschleißkompensation des gegenüberliegenden Werkzeugträgers
L (G15)Nummer der Timing-Synchronisation (0-9999)

Markenanwendungen

Fanuc

Fanuc-Steuerungen verwalten die Spiegelung gegenüberliegender Werkzeugträger über explizite G68- und G69-Vorbereitungsblöcke. Die Steuerung verlässt sich auf den aktiven Befehl G69, um die Standard-Koordinatenverarbeitung wiederherzustellen.

G68 ;
G69 ;

ParameterAlarmeVersionen
— (keine Quelle)SV0414 (verwandt)— (keine Quelle)

Fanuc besitzt keine direkte T-Befehls-Spiegelungsintegration, was das Einfügen standardmäßiger G-Code-Blöcke durch den Programmierer erfordert.

Siemens

Siemens-Steuerungen verarbeiten Koordinatendrehungen und -spiegelungen über ein aktives Frame-Management. Beim Aufheben von Frames wählt der native Frame-Reset aktive Modalcodes vollständig ab.

G68 ;
G69 ;

ParameterAlarmeVersionen
— (keine Quelle)— (keine Quelle)— (keine Quelle)

Siemens wählt aktive Frames und Modalcodes während des nativen Frame-Resets vollständig ab.

Mitsubishi

Mitsubishi ermöglicht das Ein- und Ausschalten der Spiegelung gegenüberliegender Werkzeugträger direkt über die Werkzeugauswahl (T-Befehl) anstelle von Vorbereitungs-G-Codes. Gesteuert durch Parameter wie #1119 Tmiron und #1203 TmirS1.

G68 ;
G14 ;

ParameterAlarmeVersionen
#1119 Tmiron, #1202 mirofsP371, M01 1036, P29#1037 cmdtyp Listen 6 & 7

Mitsubishi integriert G68/G69-Drehmodalcodes dynamisch mit der Funktion für manuellen beliebigen Rückwärtstransport (G127), um die Werkzeugkorrektur präzise zu verfolgen.

Markenvergleich

ThemaFanucSiemensMitsubishi
Werkzeugträger-SpiegelungErfordert explizite G68/G69-BlöckeErfordert explizite BlöckeEIN/AUS direkt über T-Befehl
Rückwärtstransport-Verfolgung— (keine Quelle)Wählt aktive Frames abVerfolgt modale Verschiebungen aktiv (G127)
Formatumschalt-SperreNicht überwachtNicht überwachtGesperrt mit Program Error (P29)

Technische Analyse

Drei wesentliche programmtechnische und koordinative Verhaltensweisen unterscheiden die Spiegelungs- und Balance-Cut-Verarbeitung von Mitsubishi deutlich von Fanuc- und Siemens-Steuerungen bei Drehoperationen. Mitsubishi erlaubt das Ein- und Ausschalten der Spiegelung gegenüberliegender Werkzeugträger direkt über den Werkzeugauswahl-T-Befehl anstelle von Vorbereitungs-G-Codes. Gesteuert durch die Parameter #1119 Tmiron, #1203 TmirS1 und #1204 TmirS2 verschiebt die Anwahl einer bestimmten Werkzeugnummer dynamisch die Werkstückkoordinatensysteme und Verschleißkorrekturen. Fanuc- und Siemens-Steuerungen besitzen diese T-Befehls-Spiegelungsintegration nicht und erfordern explizite G68/G69-Vorbereitungsblöcke im Teileprogramm.

Mitsubishi integriert G68/G69-Drehmodalcodes dynamisch mit der Funktion für manuellen beliebigen Rückwärtstransport (G127). Wenn der manuelle Rückwärtstransport aktiv ist, kann der Bediener das Handrad manuell rückwärts drehen, um das Werkzeug zurückzuziehen. Während dieser Rückverfolgung verfolgt und hält der Bewegungskern von Mitsubishi die aktiven G68-Koordinatenverschiebungen, Werkzeugrichtungs-Kompensationen (#1118 mirr_A) und Offsets mithilfe seines speziellen modalen Informationsspeicherblocks, was Achsdrift verhindert und die Koordinatensicherheit aufrechterhält. Siemens wählt aktive Frames und Modalcodes während des nativen Frame-Resets vollständig ab.

Mitsubishi erzwingt ein parameter-gesperrtes Validierungs-Flag für die bimodale Programmformatumschaltung unter aktiver Spiegelung. Wird ein G188-Befehl in einem Teilsystem ausgegeben, das sich aktiv im T-Code-Spiegelungsmodus befindet, blockiert die Steuerung den Compiler-Wechsel sofort und erzeugt den Program Error (P29). Dies stellt sicher, dass die Koordinatentabellen vor dem Wechsel der Compiler bereinigt und initialisiert sind — eine schützende Registersperre, die von Fanuc- oder Siemens-Steuerungen nicht überwacht wird.

Programmbeispiele

Fanuc-Beispiel

O1001
G68 ; Spiegelung für gegenüberliegenden Werkzeugträger EINSCHALTEN
T0202 ; Werkzeug aufrufen
G69 ; Spiegelung abbrechen

Trockenlauf (dry run): Führen Sie den Block ohne Rohmaterial aus. Überprüfen Sie, dass die Koordinatenverschiebung bei G68 aktiviert wird und nach dem Lesen von G69 vollständig abfällt.

Siemens-Beispiel

N10 G68 ; Spiegelung aktivieren
N20 T2 D1 M6 ; Werkzeug und Offset aufrufen
N30 G69 ; Spiegelung abbrechen

Trockenlauf: Führen Sie den Zyklus im Einzelsatzbetrieb in einem sicheren Maschinenzustand aus. Stellen Sie sicher, dass aktive Frames nach der G69-Ausführung ohne Rest-Offsets sauber zurückgesetzt werden.

Mitsubishi-Beispiel

G68 ; Spiegelung für gegenüberliegende Werkzeugträger EINSCHALTEN
T0202 ; Auswahl des gegenüberliegenden Werkzeugträgers
G69 ; Spiegelung abbrechen
G15 L10 ; Balance-Cut-Modus aktivieren
G14 ; Balance-Cut-Modus abbrechen

Trockenlauf: Simulieren Sie den Zyklus grafisch. Bestätigen Sie, dass T0202 die parametergesteuerte Verschiebung auslöst und G14 die Bahnsynchronisation erfolgreich aufhebt.

Fehleranalyse

AlarmcodeAuslöserBediener-SymptomUrsache / Lösung
Mitsubishi P371G68 bei aktiver externer Spiegelung befohlenZyklushaltExterne Spiegelung löschen
Mitsubishi M01 1036Externe Spiegelung während aktivem G68 angewendetMaschinenfehlerExterne Spiegelung in G68 nicht anwenden
Mitsubishi P29G188 im Spiegelungsmodus befohlenProgrammfehler-SperreFormatumschaltung außerhalb des Spiegelungsmodus ausführen

Anwendungshinweis

Eine kritische Ursache für Programmierfehler beim Stützdrehen ist die unbegründete Annahme, dass die Steuerung die Bahnsynchronisation über den gesamten Zyklus hinweg aufrechterhält. Der Balance-Cut-Befehl G15 koordiniert lediglich den Startzeitpunkt des Arbeitsvorschubs; eine dynamische Achsbewegungs- oder Override-Nachführung findet im weiteren Verlauf nicht statt. Zur Gewährleistung der Prozesssicherheit müssen Verfahrwege, Vorschubgeschwindigkeiten, Override-Stände und Verriegelungstasten beider Teilsysteme exakt identisch programmiert werden. Kommt es zu einer Koordinatenabweichung, erzeugen die ungleichen Schnittkräfte an den gegenüberliegenden Werkzeugträgern heftige Bauteilschwingungen, die zu Rattermarken, Werkzeugbruch und Ausschuss führen. Wird zudem die Koordinatenverschiebung durch den Werkzeugträgerabstand (#1202 mirofs) bei aktiven G68-Spiegelkoordinaten nach einem Druck auf Reset oder nach manuellem Handradfahren nicht verifiziert, verfährt der Werkzeugrevolver auf einer fehlerhaften Bahn. Dies führt zu harten Kollisionen mit den Schraubstockbacken oder dem Spindelfutter, löst Alarme wie M01 1036 oder P29 aus und führt zu einer irreparablen Toleranzüberschreitung.

Verwandte Befehle

  • G68: Aktiviert die Koordinatenverschiebung der Spiegelung.
  • G14: Hebt die Vorschubsynchronisation des Stützdrehens (Balance Cut) auf.
  • G188: Schaltet Programmformate um, was während aktiver Spiegelungsmodi nicht ausgeführt werden darf.

Fazit

Verifizieren Sie stets alle Koordinatenverschiebungen und aktiven Modalcodes vor dem erneuten Start der automatischen Bearbeitung, insbesondere nach manuellen Handradeingriffen oder Zyklusunterbrechungen. Eine konsequente Überprüfung der Parameter wie #1202 mirofs und das rechtzeitige Abwählen der Spiegelung über G69 verhindert ungewollte Offset-Drifts, garantiert die Einhaltung enger Fertigungstoleranzen und schützt Maschine sowie Werkzeuge zuverlässig vor Kollisionen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lässt sich ein Koordinaten-Spiegelungs-Offset ohne G69-Befehl abwählen?

Auf Mitsubishi-Steuerungen kann Parameter #1119 Tmiron so konfiguriert werden, dass der T-Befehl bei Anwahl eines Werkzeugs des Basis-Werkzeugträgers die Spiegelung direkt aufhebt. Dies vereinfacht Unterprogramme, erfordert jedoch eine strikte Parameterkontrolle. Überprüfen Sie vor der Unterprogramm-Programmierung den Status von Parameter #1119 Tmiron im Steuerungsmenü.

Warum erzeugt die CNC-Maschine bei einem Formatwechsel den Alarm P29?

Wird ein G188-Befehl zur Programmformatumschaltung aufgerufen, während das Werkzeugsystem im T-Code-Spiegelungsmodus läuft, blockiert die Steuerung die Operation und gibt den Alarm P29 aus. Diese Schutzfunktion verhindert Beschädigungen an Koordinatentabellen. Programmieren Sie G69 oder G14 immer vor dem Aufruf von G188.

Was führt nach einem Druck auf Reset beim Stützdrehen zu einer Werkzeugkollision?

Wenn der Bediener bei aktiven G68-Spiegelkoordinaten manuelles Handradfahren ausführt und danach Reset drückt, verschieben sich die Koordinatenregister unbemerkt. Das Fortsetzen des Automatikbetriebs ohne Achsreferenzierung führt den Revolver direkt in das Spindelfutter. Führen Sie nach jedem Reset bei aktiver Spiegelung eine manuelle Koordinatenprüfung durch.

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Hakan Gündoğdu
Hakan Gündoğdu
  • CNC CARE Co-Founder (May 2025 - Present)
  • Mitsubishi Electric NC Sales & Service Section Manager (2008 - 2025)
  • Reis CNC Service Engineer (2003 - 2008)
  • Ören Kalıp CNC Mold Line Team Leader (1999 - 2002)

Mit über 25 Jahren Erfahrung in allen Bereichen der CNC-Maschinenbranche bin ich weiterhin als Mitgründer von CNC CARE tätig, wo wir markenunabhängige Beratung, Engineering und Original-Ersatzteil-Services anbieten.

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