G31 Skip-Funktion und CNC-Probing: Setup- und Sicherheitsleitfaden
G31 Skip-Funktion für Messtaster auf Fanuc, Siemens und Mitsubishi konfigurieren. Vermeiden Sie Kollisionen durch korrekte Parameter und Fehlerbehebung.
Einleitung
Ein fehlerhafter Spindeltaster, ein Kabelbruch in der Signalübertragung oder ein nicht gelöschter Werkzeugkorrektur-Registerwert führt an einer CNC-Werkzeugmaschine augenblicklich zu einer katastrophalen mechanischen Kollision. Befindet sich der Messtaster im Werkzeugrevolver oder der Spindel zur Werkstückausrichtung, erwartet die Steuerung beim Auslösen des G31-Skip-Signals das sofortige Stoppen der Achsen. Bleibt dieses Signal jedoch wegen eines Leitungsfehlers aus oder vergisst der Bediener, die Cutter-Kompensation zu deaktivieren, verfährt die Achse den gesamten programmierten Weg im Arbeitsvorschub. Der empfindliche Taster-Stylus und der Messkopf schlagen ungebremst in Schraubstockbacken, tischmontierte Spannmittel oder das Spindelfutter ein und werden komplett zertrümmert. Korrekte Konfiguration eliminiert die häufigste Ursache für Maßabweichungen bei diesem Befehl. Wird dieser Parameter nicht verifiziert, liegt das Ergebnis außerhalb der Toleranz — und der Fehler zeigt sich erst bei der Endmessung. Die Folge ist teurer Ausschuss und ein stillstehendes Bearbeitungszentrum.
Technische Übersicht
| Technische Spezifikation | Details |
|---|---|
| Befehlscode | G31 |
| Modal-Gruppe / Typ | Gruppe 00 / Nicht-modal (One-shot) |
| Unterstützte Marken | Fanuc, Siemens, Mitsubishi |
| Kritische Parameter | Parameter Nr. 3401 (Fanuc), MD 18800 (Siemens), Parameter #1174 (Mitsubishi) |
| Hauptbeschränkung | Cutter-Kompensation (G41/G42) muss vor der Ausführung mit G40 aufgehoben werden |
Schnellleser
- Die Cutter-Kompensation muss mit G40 aufgehoben werden, bevor G31 oder G160 programmiert wird.
- Die Probing-Feedrate muss niedrig genug eingestellt sein, um zu verhindern, dass der mechanische Nachlauf die physische Auslenkungsgrenze des Stylus überschreitet.
- Starten Sie G31 nicht mit einem bereits ausgelenkten Taster, da dies sofort den Alarm 21700 auslöst.
- Nachfolgende inkrementelle (G91) Bewegungen werden relativ zum tatsächlichen Kontaktpunkt berechnet. Daher wird ein absoluter (G90) Rückzug dringend empfohlen, um Kollisionen zu vermeiden.
- Das Einschalten der Maschinensperre (machine lock) oder des Z-Achsen-Abwahlschalters führt dazu, dass die Steuerung das Skip-Signal ignoriert, was zu einem Crash führt.
- Mehrstufige Skip-Eingänge verwenden P-Adressen (P1–P8 für Fanuc, P1–P4 für Siemens, P1–P255 Bitmaske für Mitsubishi).
Grundlegende Konzepte
Die G31-Skip-Funktion ist ein unverzichtbares Werkzeug für die automatische Messung, Werkstückausrichtung und Werkzeugeinstellung in der modernen CNC-Bearbeitung. Wenn die Steuerung G31 ausführt, verfährt die Maschinenachsen entlang einer programmierten Bahn mit einer vorgegebenen Feedrate. Während dieses linearen Verfahrwegs überwacht die Steuerung aktiv einen externen digitalen Eingang, der mit einem touch-trigger probe (Messtaster) verbunden ist. In dem Moment, in dem der Stylus des Tasters physischen Kontakt mit dem Werkstück, der Schraubstockbacke oder dem Werkzeugeinstellgerät herstellt, löst er das Skip-Signal aus.
Nach Erhalt des aktiven Skip-Signals führt die CNC-Steuerung sofort eine Restweglöschung (distance-to-go deletion) aus und stoppt alle Achsbewegungen. Die Steuerung zeichnet die präzisen Maschinenkoordinaten im Moment des Kontakts in speziellen System-Makrovariablen auf und springt sofort zum nächsten Satz im Teileprogramm. Diese Echtzeit-Koordinatenerfassung ermöglicht es Makroprogrammen, Werkstück-Offsets dynamisch zu berechnen, Ausrichtungsfehler der Spannmittel zu erkennen und Werkzeugbruch ohne Bedienerunterstützung zu identifizieren.
Die G31-Implementierung erfordert die strikte Einhaltung der modalen Programmierregeln. Da G31 ein nicht-modaler One-shot-Befehl der Gruppe 00 ist, gilt er nur für den Satz, in dem er geschrieben steht. Programmierer müssen die aktive Werkzeugradiuskorrektur (G41/G42) vor der Ausführung von G31 mit einem G40-Befehl aufheben. Andernfalls kommt es zu Positionierungskonflikten, und die Steuerung löst einen Programmfehler-Alarm aus.
Befehlsstruktur
Der grundlegende G31-Befehl erfordert Zielkoordinaten und eine Feedrate, um die Probing-Bahn zu definieren. Die Koordinatenwerte bestimmen den Endpunkt der Antastbewegung. Wenn der Taster vor Erreichen dieser Koordinate kein Skip-Signal auslöst, stoppt die Maschine am programmierten Endpunkt und fährt mit dem nächsten Satz fort. Eine Feedrate (F-Code) muss aktiv sein oder im G31-Satz angegeben werden, da die Maschine eine Antastbewegung nicht mit der Geschwindigkeit Null ausführen kann.
Für fortgeschrittene Probing-Konfigurationen unterstützen Steuerungen mehrstufige Skip-Befehle mittels einer P-Adresse oder modifizierten G-Codes. Die P-Adresse bestimmt, welchen physischen Eingangskanal die Steuerung während der Skip-Bewegung überwacht. Dies ermöglicht es Maschinen, die mit mehreren Tastern ausgestattet sind (z. B. einem Spindeltaster und einem tischmontierten Werkzeugeinstellgerät), verschiedene Eingänge selektiv zu überwachen, ohne die Verkabelung zu ändern. Bei einigen Steuerungen fungiert die P-Adresse als binäre Bitmaske, um mehrere Eingänge gleichzeitig zu überwachen.
Standard-G31-Syntax und grundlegende Befehlsstruktur:
G31 X... Y... Z... F... [P...] ;
| Adresse / Parameter | Beschreibung |
|---|---|
| X, Y, Z | Absolute oder inkrementelle Koordinaten, die den Zielendpunkt des Probing-Vorgangs angeben. |
| F | Probing-Feedrate in mm/min (or inches/min), die die Geschwindigkeit der Antastbewegung definiert. |
| P | Mehrstufiger Skip-Eingangsselektor oder Bitmaske (marken- und optionsabhängig). |
| R | Beschleunigungs-/Verzögerungszeitkonstanten-Methode (hauptsächlich auf Mitsubishi-Steuerungen verwendet). |
Markenanwendungen
Fanuc
Auf Fanuc-Systemen verfahren G31-Befehle entlang bestimmter Achsen mit einer kontrollierten Feedrate. Die über Parameter Nr. 3401 konfigurierte G-Code-System-Auswahl (A, B oder C) bestimmt, wie die Koordinatenadressen geparst werden. Im Drehmaschinen-System A verwenden absolute Koordinaten X und Z, während inkrementelle Koordinaten U und W verwenden. Für die Systeme B und C werden absolute und inkrementelle Modi über die modalen Befehle G90 und G91 umgeschaltet. Standardmäßige Einschalt- oder Reset-Modalzustände werden durch Parameter Nr. 3402 gesteuert.
Ein typischer Fanuc-Probing-Satz verwendet G31 mit Zielkoordinaten und einer spezifizierten Feedrate. Bei Verwendung der Multi-Input-Skip-Option geben Programmierer die Adresse P (im Bereich von P1 bis P8) an, um den physischen Eingangskanal auszuwählen.
| Fanuc Technisches Detail | Beschreibung / Wert |
|---|---|
| Core-Parameter | Parameter Nr. 3401 (G-Code-Systemkonfiguration), Parameter Nr. 3402 (Modalzustände bei Reset) |
| Alarm-Codes | Alarm 21700 (Taster beim Start aktiv ausgelenkt), Alarm PS0370 (P-Adresse ohne Option programmiert), Alarm PS0010 (Ungültiger G31-Befehl ohne installierte Option) |
| Version / Optionsunterschiede | Optionsstufen unterstützen einen einzelnen Eingang, vier Eingänge (P1–P4) oder acht Eingänge (P1–P8) |
Warnung: Das Initiieren einer G31-Antastbewegung bei aktiver Werkzeugschneidenradiuskorrektur (G41/G42) führt zu Positionsversätzen und löst Verifizierungsalarme aus. Programmieren Sie vor dem Probing immer G40, um die Kompensation aufzuheben.
Siemens
Um G31 auf SINUMERIK-Steuerungen auszuführen, muss der Parser mit G291 in den ISO-Dialekt-Modus umgeschaltet werden. Die kanalspezifischen Maschinendaten MD 20154 definieren die beim Einschalten oder Reset aktiven G-Codes. Die Option für den externen Sprachinterpreter wird durch die Maschinendaten MD 18800 aktiviert.
Der Siemens-Compiler übersetzt den ISO-konformen G31-Befehl. Programmierer können P1 bis P4 angeben, um aus vier touch-trigger inputs (Antasteingängen) auszuwählen, die in der Maschinenkonfiguration definiert sind.
| Siemens Technisches Detail | Beschreibung / Wert |
|---|---|
| Core-Parameter | MD 18800 (Aktivierung externe Sprache), MD 20154 (Aktive Reset-G-Codes) |
| Alarm-Codes | Alarm 21700 (Taster bei Satzstart ausgelenkt), Alarm 14800 (Feedrate Null oder nicht programmiert), Alarm 61800 (Externe CNC-Sprachoption fehlt) |
| Version / Optionsunterschiede | SINUMERIK 840D sl erlaubt Parameteränderungen; SINUMERIK 802D sl Maschinendaten sind schreibgeschützt |
Warning: Wenn G31 ohne aktive oder programmierte Feedrate ausgeführt wird und keine feste Feedrate definiert ist, stoppt die Steuerung den Cycle sofort mit dem Alarm 14800.
Mitsubishi
Auf Mitsubishi-Systemen ist die standardmäßige Probing-Feedrate durch Parameter #1174 definiert. Die Auswahl zwischen dieser Standard-Skip-Geschwindigkeit und der aktiven modalen Feedrate wird durch Parameter #12022 Bit 2 gesteuert.
Mitsubishi unterstützt die mehrstufigen Skip-Befehle G31.1, G31.2 und G31.3, die auf parameterdefinierte Eingänge abgebildet sind. Zusätzlich kann G31 mit einer P-Adress-Bitmaske (1 bis 255) befohlen werden, um die logische Summe aktiver Skip-Signale auszuwerten.
| Mitsubishi Technisches Detail | Beschreibung / Wert |
|---|---|
| Core-Parameter | #1174 (Standard-Skip-Feedrate skip_F), #12022 (Spezifikationsbit für Skip-Geschwindigkeit), #2102 und #2103 (Skip-Beschleunigungs-/Verzögerungszeitkonstanten), #1366 (Mehrsystem-Skip-Verriegelung), #12058 (Overtravel-Vorprüfung) |
| Alarm-Codes | Programmfehler P608 (Aktive Schneidenkompensation), Programmfehler P35 (P-Wert außerhalb des Bereichs 1–255), Programmfehler P603 (Feedrate F ist 0 und #1174 ist 0), MCP-Alarm Y51 15/16 (Ungültige Zeitkonstanten) |
| Version / Optionsunterschiede | M80V TypeB schränkt gleichzeitige Hochgeschwindigkeits-G-Codes ein; C80-Serie unterstützt SPS-Integration über ZR-Gerätevariablen (#50000 bis #52749) |
Warnung: Der Versuch, G31 oder G160 bei aktiver Schneidenkompensation auszuführen, löst sofort den Programmfehler P608 aus. Stellen Sie sicher, dass G40 vor dem Starten der Messung aktiv ist.
Markenvergleich
| Vergleichsthema | Fanuc | Siemens | Mitsubishi |
|---|---|---|---|
| Interpreter-Struktur | Standard-ISO-Dialekt-Parser | Bilingualer Interpreter (Wechsel vom ISO-Dialekt-Modus G291 zum Siemens-Modus G290) | Nativer Mitsubishi CNC-G-Code-Parser |
| Multi-Input-Kanäle | Unterstützung für P1–P8 Eingänge (optionsabhängig) | Unterstützung für P1–P4 Eingänge, abgebildet über System-Maschinendaten | Unterstützung für P1–P255 Eingänge, ausgewertet als Bitmaske für logische Summe |
| Sensorloses Probing | — (no source) | — (no source) | Native G160 Drehmomentbegrenzungs-Skip-Funktion (Torque Limitation Skip) |
| Optionsüberprüfung | Strikte Optionsprüfung (löst Alarm PS0370 aus, wenn nicht aktiviert) | Fehlende Option für externen Dialekt löst Alarm 61800 aus | P-Befehlswertprüfung löst Programmfehler P35 aus, wenn außerhalb des Bereichs 1–255 |
| EGB-Sync-Skip | Spezielle G31.8 EGB-Skip-Funktion | — (no source) | Spezielle G31.8 EGB-Skip-Funktion |
Technische Analyse
Die vergleichende Bewertung der G31-Implementierung bei den drei Steuerungsmarken verdeutlicht wesentliche strukturelle Unterschiede im Interpreter-Verhalten, im Eingangssignal-Mapping und in der Sicherheitsbehandlung. Der bilinguale Interpreter von Siemens-Steuerungen arbeitet, indem er G31-Befehle im G291-ISO-Modus in interne Variablen übersetzt. Die Steuerung kann in den nativen Siemens-Modus (G290) wechseln, um diese Übergabeparameter zu lesen und übergeordnete Messzyklen auszuführen. Fanuc und Mitsubishi hingegen führen die G31-Skip-Funktion direkt in ihren primären G-Code-Compilern aus, was schnelle Ausführungszeiten garantiert, jedoch ein makrobasiertes Variablen-Mapping erfordert.
Auch die Sicherheitsfunktionen weisen erhebliche markenspezifische Unterschiede auf. Siemens-Steuerungen erzwingen eine einzigartige Sicherheitsrückzugsfunktion mittels G10.6 (Rapid Lift), die durch ein digitales Signal ausgelöst wird. Damit G10.6 ausgeführt werden kann, muss das Interrupt-Programm CYCLE3106.spf im Speicher hinterlegt sein, andernfalls stoppt die Steuerung mit dem Alarm 14011. Mitsubishi geht bei der sensorlosen Sicherheit noch einen Schritt weiter und bietet G160 (Torque Limitation Skip) an. G160 arbeitet ohne physischen Taster. Es überwacht die Stromgrenzen (Q) des Spindel- oder Achsmotors sowie Schleppabweichungswerte (D) (droop deviation), um physischen Kontakt mit dem Rohteil, Schraubstockbacken oder Spannfuttern zu erkennen, und stoppt die Achsen bei Überschreitung der Grenzwerte sofort.
Die Methoden zur Kanalauswahl spiegeln unterschiedliche Konfigurationsphilosophien wider. Fanuc nutzt standardmäßige Optionsprüfungen; die Verwendung einer P-Adresse (P1–P8) ohne aktivierte Multi-Step-Skip-Option stoppt die Maschine sofort mit dem Alarm PS0370. Siemens bildet seine P1–P4 Eingänge direkt über kanalspezifische Maschinendaten ab. Mitsubishi verarbeitet Multi-Input-Skips mit einer strikten P-Adress-Bitmaske im Bereich von 1 bis 255. In diesem Modus repräsentiert der P-Wert eine logische Summe aktiver Skip-Signale. Jeder außerhalb des Bereichs von 1 bis 255 programmierte Wert löst den Programmfehler P35 aus.
Programmbeispiele
Fanuc
G40 ;
G90 G31 Z-50.0 F100.0 ;
G10.6 Z5.0 ;
Trockenlauf (dry run)
Zuerst hebt der Befehl G40 jede aktive Werkzeugradius- oder Schneidenradiuskorrektur auf, um Konflikte bei der Positionsberechnung zu vermeiden. Als Nächstes leitet G31 eine lineare Antastbewegung in absoluten Koordinaten in Richtung Z-50.0 mit einer Feedrate von 100 mm/min ein. Wenn der Spindeltaster die Werkstückoberfläche berührt (z. B. bei Z-32.4), wird das Skip-Signal ausgelöst. Die CNC stoppt sofort die Bewegung der Z-Achse, speichert Z-32.4 in der Systemvariablen, löscht den verbleibenden Restweg von 17.6 mm und fährt mit dem nächsten Satz fort. Schließlich zieht G10.6 den Taster auf Z5.0 zurück. Wenn der Taster das Werkstück bis Z-50.0 nicht berührt, stoppt die Maschine am Zielpunkt Z-50.0 und fährt mit dem Rückzugsblock fort.
Siemens
G291 ;
G40 ;
G31 P2 Z120.0 F200.0 ;
G290 ;
Trockenlauf
Der Befehl G291 schaltet die bilinguale SINUMERIK-Steuerung in den ISO-Dialekt-Modus um, um standardmäßige Fanuc-Style G-Codes zu parsen. G40 löscht jegliche aktive Cutter-Kompensation, um eine sichere lineare Interpolation zu gewährleisten. Der Befehl G31 P2 startet einen linearen Antastpfad in Richtung Z120.0 mit einer Feedrate von 200 mm/min und überwacht dabei den physischen Eingangskanal, der auf P2 abgebildet ist. Wenn der Taster-Stylus die Schraubstockbacke oder Spannvorrichtung bei Z105.5 berührt, löst das Skip-Signal aus, die Achsbewegung stoppt sofort, die tatsächlichen Koordinaten werden gespeichert und der verbleibende Verfahrweg wird verworfen. Der bilinguale Parser führt dann G290 aus, um für Unterprogramme oder Standard-Siemens-Fräszyklen zurück in den nativen Siemens-Modus zu wechseln.
Mitsubishi
G40 ;
G31 Z-50.0 R1 F100.0 ;
G160 Z-25.0 Q80 D0.5 F40.0 ;
Trockenlauf
Der Befehl G40 hebt die aktive Werkzeugradiuskorrektur auf und vermeidet so den Programmfehler P608. G31 Z-50.0 R1 F100.0 startet das Probing der Z-Achse mit 100 mm/min. Die Adresse R1 weist die Steuerung an, eine automatische Beschleunigung und Verzögerung gemäß den Parametern #2102 und #2103 anzuwenden, um abruptes Stoppen zu verhindern. Wenn der touch-trigger probe den Stromkreis schließt, verringert sich die Achsbewegung bis zum Stillstand, die tatsächlichen Koordinaten werden in Variable #5061 gespeichert und der Restweg wird verworfen. Der nachfolgende G160-Block führt eine sensorlose Drehmoment-Antastung entlang der Z-Achse mit 40 mm/min aus. Wenn die Spindelmotor-Drehmomentlast 80 % (Q80) überschreitet oder die Schleppabweichung des Servos 0.5 mm (D0.5) übersteigt, registriert die Steuerung ein Drehmoment-Skip-Ereignis, stoppt die Z-Achse, löscht den Restweg und speichert die Kontaktkoordinaten.
Fehleranalyse
| Marke | Alarmcode | Auslösebedingung | Bediener-Symptom | Ursache / Behebung |
|---|---|---|---|---|
| Fanuc | Alarm 21700 | Skip-Signal ist vor dem Start von G31 aktiv | Steuerung stoppt sofort mit Alarm, Zyklus bricht ab | Taster-Stylus ist ausgelenkt, klemmt oder es liegt ein elektrischer Fehler vor. Hindernis beseitigen oder Sensor zurücksetzen. |
| Fanuc | Alarm PS0370 | P-Adresse (P1–P8) programmiert, aber die Multi-Step-Skip-Option ist nicht aktiv | Zyklus stoppt im G31-Satz, Alarm wird angezeigt | Die Multi-Input-Option ist nicht erworben/konfiguriert. Entfernen Sie den P-Befehl oder aktivieren Sie die Option. |
| Siemens | Alarm 14800 | G31 wird ausgeführt, während die Feedrate F auf 0 gesetzt oder weggelassen wurde | Antastbewegung startet nicht, Steuerung meldet einen Alarm | Kein aktiver modaler F-Code und kein Standard-Parameterwert. Geben Sie die Feedrate F im Satz an. |
| Siemens | Alarm 61800 | G31 ausgeführt, aber der Compiler für externe Sprache ist nicht aktiviert | Zyklus stoppt beim Befehl G291 oder G31 | Parameter MD 18800 oder Optionsbit 19800 ist deaktiviert. Aktivieren Sie die Unterstützung für externe Sprache. |
| Mitsubishi | Programmfehler (P608) | G31 oder G160 ausgeführt bei aktiver Werkzeugkorrektur | Steuerung stoppt, Zyklus bricht beim Satzstart ab | Aktive Werkzeugradius- oder Schneidenradiuskorrektur (G41/G42). Programmieren Sie G40 vor G31/G160. |
| Mitsubishi | Programmfehler (P35) | P-Wert außerhalb des gültigen Bereichs von 1 bis 255 programmiert | Probing-Zyklus stoppt sofort mit Programmfehler | Falsche P-Wert-Maske programmiert. Korrigieren Sie die P-Adresse auf einen Wert zwischen 1 und 255. |
| Mitsubishi | Programmfehler (P603) | G31 oder G160 ohne F-Wort ausgegeben und Parameter #1174 ist 0 | Probing kann nicht ausgeführt werden, Zyklus stoppt | Feedrate weggelassen und Standard-Skip-Feedrate-Parameter #1174 ist nicht konfiguriert. Geben Sie F an oder setzen Sie #1174. |
Anwendungshinweis
Ein kapitaler Crash des Messtasters und ungenaue Messergebnisse sind die direkten Folgen, wenn Programmierer die Signalverzögerung und den mechanischen Bremsweg (Nachlauf) während der Probing-Zyklen vernachlässigen. Wenn der Stylus das Werkstück berührt, stoppt die Spindel oder Achse nicht augenblicklich; der mechanische Nachlaufweg berechnet sich nach der physikalischen Formel: δ0 = (F / 60) × (Tp + t1 ± t2), wobei F die Feedrate in mm/min, Tp die Positionsregelkreis-Zeitkonstante, t1 die Signalverzögerung und t2 der Antwortfehler der Steuerung ist. Ist die Probing-Feedrate F zu hoch gewählt, überschreitet der mechanische Bremsweg die physikalische Auslenkungsgrenze der Rubinkugel des Taster-Stylus, was das Messgerät zerstört. Zur Sicherung der Prozesszuverlässigkeit und Vermeidung von Ausschuss muss eine langsame, kontrollierte Feedrate programmiert und die Verzögerung im Makroprogramm durch Auslesen der Koordinaten (wie Variable #5061 bei Mitsubishi) korrigiert werden. Zudem müssen Bediener vor jeder Messung sicherstellen, dass die Maschinensperre (machine lock) oder der Z-Achsen-Abwahlschalters deaktiviert sind. Ist die Maschinensperre aktiv, ignoriert die Steuerung das Skip-Signal komplett — die Achse fährt ungebremst weiter und zertrümmert den Taster im Spindelfutter oder an der Spannvorrichtung.
Verwandte Befehle
- G28 Automatische Rückkehr zur Referenzposition: Dient zum Zurückziehen der Maschinenachsen in die Ausgangsposition, bevor der Messtaster in die Spindel eingewechselt wird.
- G29 Rückkehr von der Referenzposition: Befiehlt die Bewegung zurück von der Referenzposition, um den Taster nahe am Werkstück zu positionieren.
- G30 Rückkehr zur Referenzposition: Fährt Achsen auf sekundäre Referenzpositionen zurück, was häufig für automatische Werkzeugwechselsequenzen zum Laden des Tasters genutzt wird.
- G10.6 Rapid Lift: Befiehlt eine ultraschnelle Werkzeugrückzugs- und Erholungssequenz, die im Notfall durch ein digitales Signal ausgelöst wird.
- G160 Torque Limitation Skip: Führt eine Achsbewegung im Zustand begrenzten Drehmoments aus, was eine sensorlose Messung ermöglicht.
Fazit
Prozesssicheres Messen im automatischen Ablauf erfordert die lückenlose Verifikation aller Steuerungs- und Schnittstellenparameter. Durch das konsequente Aufheben der Cutter-Kompensation (G40) vor jedem G31-Aufruf und die präzise Parametrierung der Skip-Feedrates (wie Mitsubishi-Parameter #1174 oder Siemens MD 18800) lassen sich teure Crashs zuverlässig verhindern. Ein vorsichtiges Einfahren neuer Messzyklen im Trockenlauf bei reduzierter Eilganggeschwindigkeit ist die wichtigste Sicherheitsvorkehrung für den Einrichter, um Toleranzüberschreitungen und mechanische Schäden an Taster und Spindel auszuschließen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie vermeide ich Maßabweichungen an nachfolgenden Bauteilen, wenn ich inkrementelle Messbewegungen verwende?
Da das G31-Skip-Signal den Restweg löscht und den Kontaktpunkt als neue Achsreferenz festlegt, berechnen sich nachfolgende inkrementelle (G91) Sätze relativ zu diesem Kontaktpunkt. Schwankt das Rohteilmaß, verschiebt sich die gesamte nachfolgende Bahn, was zu unerwarteten Konturverletzungen führt. Um die Prozesssicherheit zu gewährleisten, müssen Sie unmittelbar nach dem G31-Block alle Rückzugsbewegungen zwingend in absoluten Koordinaten (G90) programmieren. Überprüfen Sie nach jedem G31-Messblock in Ihrem NC-Programm das Vorhandensein eines absoluten G90-Satzes vor der nächsten Achsbewegung.
Welche Auswirkung hat eine Änderung des Parameters #12022 Bit 2 bei einer Mitsubishi-Steuerung auf die Prozesszuverlässigkeit?
Der Parameter #12022 Bit 2 (skipF_spec) legt fest, welche Feedrate verwendet wird, wenn im G31-Block kein F-Wert programmiert ist. Ist das Bit auf 1 gesetzt, nutzt die Steuerung die aktive modale Feedrate. War zuvor eine schnelle Schruppbearbeitung aktiv, verfährt der Taster mit hoher Geschwindigkeit, was zur sofortigen Zerstörung des Stylus bei Werkstückkontakt führt. Stellen Sie diesen Parameter stets auf 0, um die Steuerung zu zwingen, bei fehlendem F-Code die in Parameter #1174 (skip_F) hinterlegte Sicherheitsgeschwindigkeit anzuwenden. Kontrollieren Sie den Parameter #12022 im Steuerungsspeicher vor der Erstinbetriebnahme eines Messtasters.
Warum bricht Siemens G31 mit dem Alarm 14800 ab, obwohl ein Vorschub aktiv ist?
Beim Umschalten in den ISO-Dialekt-Modus mittels G291 können aktive modale Zustände der Siemens-Steuerung verloren gehen, wenn die Reset-Werte in den Maschinendaten MD 20154 nicht korrekt definiert sind. Der zuvor im G290-Siemens-Modus aktive Vorschub wird ungültig, was beim Ausführen von G31 mangels definierter Feedrate den Alarm 14800 auslöst. Zur Fehlervermeidung müssen Sie nach jedem Wechsel zu G291 die Feedrate F im G31-Satz immer explizit programmieren, statt sich auf modale Vorschübe zu verlassen. Schreiben Sie den Vorschubwert F direkt in jeden G31-Block nach dem G291-Befehl.
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- CNC CARE Co-Founder (May 2025 - Present)
- Mitsubishi Electric NC Sales & Service Section Manager (2008 - 2025)
- Reis CNC Service Engineer (2003 - 2008)
- Ören Kalıp CNC Mold Line Team Leader (1999 - 2002)
Mit über 25 Jahren Erfahrung in allen Bereichen der CNC-Maschinenbranche bin ich weiterhin als Mitgründer von CNC CARE tätig, wo wir markenunabhängige Beratung, Engineering und Original-Ersatzteil-Services anbieten.
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